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Frankenpower Herzogenaurach 1988 e.V.

Interview mit Andy Köpke vom 18.09.2002

Wer ist Deutschlands Nummer EINS ????? Andy Köpke

Na könnt ihr euch noch daran erinnern? Als damals diese noch einfache und vor allem einzigartige Anfeuerung, von unserem Fanblock gegrölt wurde?

Damals als „unser Andi“ in Richtung Nordkurve marschierte! Oder er bei einem Auswärtsmatsch die Heimmannschaft mit seiner stets überragenden Leistung zur Verzweifelung brachte! Und wir kleiner Mob mit einem miesen Grinsen im Gesicht, ebenfalls brüllten……….. Weeeeeer ist Deutschland ………………… Ja ich persönlich erinnere mich noch gerne an einem verregneten Tag in Köln.

Polster und Co brachten es nicht fertig den „Andi Nationale“ aus kürzester Entfernung zu überwinden. „Köpi“ hielt den 89 minutenlang andauernden Dauerbeschuss stand. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, weshalb das Szenario nur 89 Minuten andauerte? Michael Wiesinger schoss zu allem Überfluss noch das 1:0 für den Club.

Der Garant aber war, wie so oft der unser Andi! Ein geiles Gefühl war das!!!!! Andi Köpke Vorbild und Ottonormalverbraucher zugleich, gibt es das?? Ja! Andreas Köpke gehört zweifelsohne zu dieser Spezies Mensch, die leider gerade bei den Fußballprofis von dem Aussterben bedroht sind. Köpke hielt seit Mitte der 80`Jahre den Club die Stange bzw. dem Kasten sauber. Von einem kurzen Abstecher mal abgesehen, die ihm aber zweifelsohne als Nationaltorwart zusteht. Immerhin spielte der Club in dieser Phase in der 2. Liga! Vorbild, deshalb weil er demonstrierte wie man durch Ruhe, Zielstrebigkeit, Verantwortung, professioneller Einstellung zu seinem Job, aber auch durch das Weglassen von irgendwelchen Allüren oder Skandalen, ein erfolgreiches Leben gestalten kann.

Und Normalverbraucher deshalb weil man den Andi gar nicht anmerkt, dass er ein Fußballprofi ist. Klar er hat eine sportliche Figur aber das war es auch schon! Bei dem Interview bestach er mehr durch seine aufmerksames Zuhören und seinem überlegten Antworten, anstatt irgendwelche Phrasen runterzusalben!! Na ja eigentlich habe ich jetzt Müll erzählt, denn normal ist das heute nicht mehr!! Aber unterm sprich gesehen, war das Interview nichts besonderes, enttäuscht??? Hoffentlich nicht! Denn, es war so gesehen lediglich eine gute Unterhalten mit Niveau, mit Personen, die ihren Verein zu schätzen wissen und für ihn sehr, ja sogar sehr viel geben würden. Zwar haben die beteiligten Personen unterschiedliche Positionen beim Verein, aber wie gesagt letztendlich ist es ja Wurst! Wenn es halt mehrere solche Typen gäbe wie dem Andi, ja dann so glaubt es mir meine Freunde, würden wir nicht da unten stehen!!!!!! Trotzdem vielen Dank, Andi, dass Du Dir trotz Deinem vollen Terminkalender die Zeit genommen hast.

Der Einfluss der Fans auf die Mannschaft ist unbestritten, dies hat man ja beim Derby beobachten können, es ist ein Traum vor einer so prickelnden Atmosphäre zu spielen, natürlich setzt so was Kräfte frei. Die Stimmung in gigantischen Stadien wie in Dortmund bringt mit Sicherheit den einen oder anderen Punkt mehr, dort stehen die Fans im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Wand hinter der Mannschaft. Anhand der hohen Besucherzahl beim Training kann man ersehen, wie hoch der Stellenwert und das Interesse der Fans für den Verein ist, dies weiß der Verein durchaus zu schätzen.

Ja klar hatte ich das eine oder andere Negativerlebnis bei dem man heftig kritisiert bzw. ausgepfiffen wurde, aber ich kann die Unmutsäußerungen durchaus verstehen, den die Fans haben ja keine andere Möglichkeit sich zu artikulieren. Was bei mir aber immer eine Gänsehaut auslöste, war der Gang zum Tor, bei dem mein Name gerufen wurde. ( Andi steht heute noch diese Ehre sichtlich ins Gesicht geschrieben)

Die Fans haben schon die Möglichkeit zu bestimmen von wem der Verein geführt wird, damit haben sie schon alleine durch das Wahlrecht einen großen Einfluss auf den Verein. Eine direkte Mitsprache innerhalb des Präsidium sehr ich als problematisch an.

Ehrlich gesagt schwarze Schafe gibt es immer! (Andi schweigt, ein Schweigen was eigentlich schon alles aussagt !) Von mir kann ich aber behaupten, dass ich immer fair auf die Fans zugegangen bin und ihnen soweit es möglich war Rede und Antwort stand, dies hat sich bis Heute noch nicht geändert. Ich zolle jeden einzelnen Fan meinen vollen und ganzen Respekt. Mir ist es heute noch ein Rätsel wie man sein Leben nach dem Verein organisieren kann. Ich krieg das beispielsweise beim FCN-FANCLUB in Herzogenaurach mit, wo ich Mitglied bin.

Fang ich mal bei Eintracht Frankfurt an. Die Frankfurter haben mir fünf Jahre meines Lebens gekostet, obwohl ich dort nur zwei Jahre spielte. Der große Unterschied zwischen den Frankfurtern und Nürnbergern liegt wohl darin, dass die Hessen ehr zum Pfeifen anfangen. Dies liegt daran, dass sie noch von ihrer relativen erfolgreichen Vergangenheit zerren. Vor nicht so langer Zeit spielten Sie um die deutsche Meisterschaft bzw. um die Qualifikation in den Uefacup, das hat sie wohl verwöhnt. Ganz im Gegenteil zu den Nürnberger wo die Unterstützung hörbar besser ist, obwohl man ähnliche Stadien mit Aschenbahn besitzt!! Ja, das mit Stadien ist ein Thema für sich, leider blieb es mir versagt, in einer der neuen Arenen zu spielen. Zu meiner Zeit gab es „nur“ das Parkstadion usw. Schaaaaaaaade, aber na ja! In Frankreich waren die Stadien kleiner aber auch fein. Vergleichbar mit dem Bochumer Ruhrstadion. Marseille hat sehr fanatische Fans, die ansässigen Ultras sind des öfteren der Aggression nicht abgeneigt. Verantwortlich hierfür ist wohl, dass gerade Marseille ein sozialer Brennpunkt ist, mit hoher Arbeitslosigkeit usw. Auch identifizieren sie sich, voll und ganz mit ihrem Verein, eine Niederlage oder eine schlechte Leistung sehen sie, als eine persönliche Niederlage an. In diesem Jahr haben sie schon wieder 47000 Dauerkarten abgesetzt, alleine dieses Verhalten spricht Bände

Habe ich ja vorhin schon gesagt, ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu den Fans. Heute bin ich Mitglied beim Fanclub in Herzogenaurach, was ich ganz toll finde. Trifft man mich heute noch in der Stadt, unterhält man sich selbstverständlich mit den jeweiligen Fans.

Besonders interessant ist wohl das ständige Auf und Ab des Vereins, so wie die einmalige Tradition. Auch bekam ich einen nicht unwesentlichen Teil der Entwicklung des Vereins mit. Da waren es z.B. die Veränderungen am Vereinsgelände, oder der Stadionumbau. Das Hauptanliegen ist aber, dass ich mich hier ganz einfach sehr wohl fühle ( Andi rührt währenddessen in seinem Kaffee – lehnt sich entspannt zurück – und grinst zufrieden!!) Gesten, die keine Worte brauchen!!

(Andi wird ernster) Das Plakat, fand ich ehrlich geschmacklos, Kahn hat bei der WM fantastisch gehalten. Trotzdem muss man auch Fairerweise sagen, dass Kahn ganz bewusst provoziert. Dies zeigt alleine schon wie lange er sich bei seinen Abschlägen Zeit lies. Bei der elfmeterstrittigen Szene mit Martin Driller hat er sich selber zum Buhmann gemacht. Kahn macht diese Provokation ganz bewusst, er braucht das wohl um sich zu motivieren. Ganz so schlimm wie früher ist es ja auch nicht mehr, immerhin werden keine Bananen mehr nach ihm geworfen. Zu einem Auswärtsspiel gehört aber die heiße Stimmung dazu.

Ehrlich gesagt kann ich nicht viel dazu sagen, aber was ich absolut wichtig finde, da es das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt, ist das was alles für die Fans organisiert wird, z.B. die Fanbusse. Positiv fand ich in Marseille das es Sitzungen mit dem Verein gab, das wäre auch ein Verbesserungsvorschlag für hier.

Zuerst fällt mir da natürlich die Qualifikation zum Uefacup ein, gleichzusetzen ist aber auch das Spiel in Wattenscheid, dass wir für uns entscheiden konnten und den drohenden Abstieg vermieden, immerhin waren wir acht Punkte vor dem redeten Ufer entfernt. Absolut hart war natürlich der Abstieg gegen Freiburg (betretene Ruhe macht sich kurzfristig am Tisch breit ) Besonders die Art und Weise wie man abgestiegen ist. Die Woche vor dem Spiel lies man schleifen, damals war es wichtiger sich mit den Vorbereitungen für die Aufstiegsfeier zu befassen. Ich habe immer gesagt, wir müssen erstmals die Saison erfolgreich beenden, bevor wir feiern! (Dem Andi ist die Wut heute noch anzusehen), na ja letztendlich wurde ich für mein Statement, ausgelacht!!!! Ich unterschrieb damals einen auch für die Zweite Liga gültigen Vertrag, man durfte ja zu dem Zeitpunkt, wo ich zum Club wechselte nicht blauäugig sein. Aber ums so unmöglich war es dann, nach so einer erfolgreichen Rückrunde abzusteigen, immerhin holten wir 24 Punkte!!!!!!!!!!!!!!!

der Umgang zwischen Spielern und Fans unbürokratischer sein könnten, sprich ein Spieler fährt nach einer krassen Auswärtsniederlage z.B. wie letztes Jahr nach der Wolfsburgkatastrophe mit dem Fanbus mit nach Hause? Oder einer von den Jungs würde sich im Forum im Internet melden? Würdest du so was begrüßen, bzw. sogar erwarten?

Erwarten kann man dies nicht. So ein unbürokratisches Treffen könnte aber durchaus positiv sein, denn dadurch könnte man sehr viel gegenseitig voneinander lernen. Der Fan würde über Dinge informiert werden die er gar nicht wissen kann, sei es taktische Vorgaben usw. Aber auch der Spieler würde mehr über die Motivation bzw. über die Anstrengungen die der Fan für seinen Verein auf sich nehmen muss, mehr erfahren. Beide könnten davon nur gewinnen. Aber so was lässt sich natürlich nach einem Spiel nur schwer organisieren. (Vorschlag des Näschens, vielleicht könnte man ja einen Spieler dafür abstellen, der sich für die Belange der Fans explizit einsetzt und bei dementsprechenden Situationen die Mannschaft fragen würde, ob sie sich den Fans stellen?, Andi wahr dem Vorschlag nicht ganz abgeneigt) Eine Beteiligung im Forum wäre nicht schlecht. Immerhin könnte man im Vorfeld schon einige Probleme aus der Welt schaffen, bzw. nach einem gewissen Abstand ein Spiel objektiv besprechen.

Ich arbeite bei Sportsfive ehemals der UFA. Habe erst um zwei Jahre verlängert. Bin hier unter anderem für die Gesamtvermarktung zuständig.

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Die jetzige Situation ist natürlich auch sehr interessant. Ich habe mehr Zeit für meine Familie, dies ist natürlich sehr positiv für mich und meiner Familie. Klar will ich den Verein mit meiner Tätigkeit wirtschaftlich nach vorne bringen und anderem dabei helfen ihn gut zu vermarkten bzw. positiv in der Gesellschaft bzw. in der Wirtschaft zu präsentieren. Zur Zeit habe ich genügend Termine, aber ich bin zufrieden mit der Position die ich jetzt inne habe. Zudem habe ich auch den Trainerschein gemacht, aber von dem möchte ich aber in der nächsten Zeit keine Gebrauch machen.

Ich hatte nicht so brutale Fehler am Anfang wie er, obwohl ich ehrlich gesagt auch meine Höhen und Tiefen hatte. Wären wir abgestiegen hätte dies bestimmt ihm einen Knackpunkt versetzt, aber durch seine großartige Leistung war er auch ein Garant dafür, dass wir es geschafft haben nicht abzusteigen. Kampa war länger im Verein, bis er zur Nr.1 wurde, ich spielte gleich von Anfang an. Also, von großen Parallelen kann man nicht sprechen.

Wenn es die Zeit zulässt, kann ich mir schon mal vorstellen, vorbeizuschauen

Ja, liebe Fans ich habe es vorhin schon mal kurz angesprochen, wie schafft ihr das euer Leben, so auf den FCN abzustellen? Würde mich wirklich tierisch interessieren. Meine Bitte wäre, dass ihr weiterhin viel Geduld mitbringt, ihr habt wirklich ein gutes Gespür für das was abgeht, behaltet das bitte bei. Nur zusammen erreichen wir uns Ziele.